Nachdem die
Handelsbilanz
weiterhin günstig ist, bestätigt
auch der Minister für Entwicklung, Industrie und
Außenhandel, daß der dem US - Dollar gegenüber
erstarkte Real (sooo stark ist er auch wieder nicht!) dem Export nicht
geschadet hat. Allerdings haben die Exporte von Schuhen und
Kraftfahrzeugen schon zu leiden, aber immerhin konnten 2004 weitere
1.000 brasilianische Firmen der Exportliga beitreten und weitere 600
Produkte der Liste der exportierten Güter hinzugefügt werden.
Um am Ende der ersten Aprilwoche mit nur einem Arbeitstag in diesem
Monat betrug der Handelsbilanzüberschuß des laufenden Jahres
schon 8,612 Mrd. US$. Der Export erreichte 25,039 und der Import 16,427
Mrd. US$, gegenüber dem vergleichbarem Vorjahreszeitraum ein
Zuwachs von + 25,1 bzw. + 19,2 %. Beim Import machte sich stark der
Stahl bemerkbar, kein Wunder bei den in Brasilien zu verkraftenden
Preiserhöhungen.
Und solche Preiserhöhungen nimmt der Zentralbankrat zum Anlass,
den
Leitzins auch im April zu
erhöhen, auf 19,5 % im Jahr. Wobei man sich fragt, was damit
bewirkt wird, denn die Inflation wird nicht zuletzt von
Preiserhöhungen für Dienstleistungen des Staates (die
Preiserhöhung der Omnibusfahrkarten in São Paulo im
März machte 0,47 % - Punkte der Monatsinflation von 0,81 % aus!)
auf allen Verwaltungsebenen angeheizt. Und diese werden u.a. deshalb
teurer, weil jede Leitzinserhöhung auch die Staatsverschuldung
erhöht und deshalb der öffentlichen Hand das Geld ausgeht.
Und weil man die Steuern nicht unbegrenzt erhöhen kann, wenn man
die Wiederwahl Lulas 2006 nicht gefährden will, kommt man eben
über höhere Preise besagter Dienstleistungen an das Geld der
jetzt schon überforderten Steuerzahler.
Der weiterhin steigende Leitzins hat übrigens auch zu dem
unerwünschtem Effekt geführt, daß die
Investitionsneigung der
brasilianischen Unternehmer abgenommen hat. Zahlen darüber liegen
aber nur für 2004 vor. Der Wert der angekündigten
Investitionssumme im Zeitraum Juni bis August nahm danach laut dem MDIC
- Ministerium für Entwicklung, Industrie und
Außenhandel in den letzten drei Monaten des Jahres relativ um
26,5 % bzw. absolut um 8,295 Mrd. US$ ab.
Die Prioritäten der Regierung sieht man auch an den
Bemühungen Lulas, den
Handelsaustausch
mit afrikanischen Staaten zu intensivieren. Hier folgen zur richtigen
Einschätzung dieser Bemühungen die Weltimporte 2004:
|
Mrd. US$
|
%
|
Welt gesamt
|
9.125
|
100,0
|
Nafta
|
2.010
|
21,8
|
USA
|
1.526
|
16,6
|
EU
|
3.784
|
41,1
|
Asien
|
2.214
|
24,0
|
japan
|
455
|
4,9
|
China
|
561
|
6,1
|
Indien
|
94
|
1,0
|
Mercosur
|
94
|
1,0
|
Brasilien
|
66
|
0,7
|
Rest der Welt
|
1.113
|
12,1
|
Diese Zahlen wurden am 14.4.2005 von der Welthandelsorganisation
veröffentlicht und sind vielleicht der brasilianischen Regierung
noch nicht gezeigt worden. Was übrigens die Regierung behindert,
ist u.a. der Mangel an Mut, dem argentinischem Partner auf die Zehen zu
treten. Dieser ließ nämlich 2004 die Verhandlungen zwischen
der EU und dem Mercosur platzen, weil man sich nicht auf freie
Handelsbeziehungen vorbereitet fühlt. Und leider wird nicht viel
getan, um diesem Mangel an internationaler Wettbewerbsfähigkeit
abzuhelfen. Nur gut, daß brasilianische Firmen vermehrt ihre
Konkurrenz in Argentinien aufkaufen.
Wo importiert wird, muß in einem geschlossenem System auch
exportiert werden. Trotz des unzweifelhaften Erfolges brasilianischer
Firmen im
Export blieb
Brasilien auf dem 25. Platz in der
Weltrangliste
der Warenexporteure (d.h. ohne Dienstleistungen) stehen, beim
Import rückte Brasilien vom 30.
auf den 29. Platz:
Export
|
Import
|
|
Mrd. US$
|
%
|
|
Mrd. US$
|
%
|
1. Deutschland
|
914,8
|
10,0
|
1. USA
|
1.526,4
|
16,1
|
2. USA
|
819,0
|
9,0
|
2. Deutschland
|
717,5
|
7,6
|
3. China
|
593,4
|
6,5
|
3. China
|
561,4
|
5,9
|
4. Japan
|
565,5
|
6,2
|
4. Frankreich
|
464,1
|
4,9
|
5. Frankreich
|
451,0
|
4,9
|
5. Großbritannien
|
462,0
|
4,9
|
6. Holland
|
358,8
|
3,9
|
6. Japan
|
545,4
|
4,8
|
7. Italien
|
346,1
|
3,8
|
7. Italien
|
349,0
|
3,7
|
8. Großbritannien
|
345,6
|
3,8
|
8. Holland
|
319,9
|
3,4
|
9. Kanada
|
322,0
|
3,5
|
9. Belgien
|
287,2
|
3,0
|
10. Belgien
|
308,9
|
3,4
|
10. Kanada
|
275,8
|
2,9
|
25. Brasilien
|
96,5
|
1,1
|
29. Brasilien
|
65,9
|
0,7
|
nach oben
»
Um 100.000 neue Besucher jährlich anzuziehen, soll es zum
Jahresende täglich 14,5 h - Flüge der Gesellschaft
Emirates Airlines zwischen Dubai und São Paulo geben. In
2004 kamen nur 29.400 Touristen aus dem
Mittlerem Osten nach Brasilien. 4,13 Mrd. US$
bzw. 5 % des brasilianischen Exportes gehen heute in Länder der
Arabischen Liga, verschwindend wenig, denn der Gesamtimport dieser
Länder erreicht 1 Billionen US$ jährlich.
nach oben
»
Die hohen Erdölpreise schlagen ab April auf die Petrochemie durch,
was sich wegen der Massenproduktion in Asien von Kunststoffteilen und
der dadurch niedrigeren Rohmaterialkosten so auswirken kann, daß
Brasilien solche Produkte künftig importiert. Denn daß
Brasilien über den Volumeneffekt günstiger Rohmaterial
einkaufen und selbst Kunststoffprodukte
exportieren könnte, wird von den Pessimisten im Lande nicht in
Erwägung gezogen. Im Gegenteil, diese denken schon über den
Import von Plastiktaschen nach. Und nicht über deren Ersatz durch
wiederverwendbare Leinenbeutel.
33,7 % der Verpackungen für eßbare
Öle sind heute aus Kunststoff (PET),
die Hersteller traditioneller Dosenverpackungen haben damit in den
letzten sechs Jahren 16 % ihres Marktes verloren. In 2004 wurden laut datamark 2,393 Mrd. Liter zu
65,7 % in Dosen und zu 33,7 % in Plastikflaschen abgepackt, aber fragen
Sie mich bitte nicht nach den fehlenden 0,6 %. Brasilien muß laut
Abipet (Assoiação Brasileira da Indústria de PET)
zur Bedarfsdeckung 50.000 Tonnen Kunstharz einführen und es soll
weitere Herstellungskapazität im Lande geschaffen werden.
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Beim Besuch einer brasilianischen Pharmafirma mit einem
Jahresumsatz oberhalb 200 Mio. US$ wurden meinem deutschem Kunden und
mir vom geschäftsführenden Gesellschafter im April die
über 50 laufenden Forschungsprojekte erläutert. Die
überaus erfolgreiche Firma greift Themen auf, die sogar Multis
animieren, sich an diesen Projekten zu beteiligen. Es geht vor allem
auch um die Nutzung des Potentials einheimischer Pflanzen für neue
Medikamente. Hier gibt es noch viele ungenutzte Möglichkeiten der
Zusammenarbeit zwischen deutschen und brasilianischen Laboratorien.
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Maschinenbau
Am 9.5.2005 öffnet die Feimafe ihre Pforten. Im nächsten
Beitrag über den brasilianischen Maschinenbau werde ich über
diese Messe berichten.
Stahl
Am 6.4.2005 warnte der Exekutivsekretär der brasilianischen
Außenhandelskammer Camex, Mário Mugnaini, daß der
Stahlsektor für Importe völlig geöffnet würde, wenn
es weiterhin Hinweise auf Preismißbrauch und Unterversorgung
gäbe.
Erdölindustrie
Die brasilianische
Erdölförderung hat am 6.4.2004 erstmalig 1,7 Mio. barrels am Tag überschritten,
der mittlere Verbrauch liegt in 2005 ca. bei 1,8 Mio., der Zeitpunkt
der kompletten Selbstversorgung rückt näher.
Agrobusiness
Vom 12. bis 21. Mai 2005
findet in Ribeirão Preto die Agrishow statt, zu der die
Bank Santander 40 Mio. R$ für Kredite zum Kauf von
Landwirtschaftsmaschinen freigibt. Weitere 100 Mio. R$ für diesen
Zweck stammen vom Finame - Programm. Das Agrobusiness leidet zur Zeit
unter Trockenheit und fallenden internationalen Preisen für
Agrarprodukte. Trotzdem will Santander 2005 ca. 2,5 Mrd. R$
für das Agrobusiness freigeben, während es im Vorjahr
nur 2 Mrd. R$ waren.
Südkorea wird ab 31. Mai brasilianische Hähnchen und
Hähnchenfleisch kaufen. Bis jetzt haben die Firmen Sadia, Seara,
Frangosul und Perdigão eine Exportgenehmigung erhalten. In
den ersten 12 Monaten werden wahrscheinlich 80.000
Tonnen im Wert von 80 Mio. US$ von den brasilianischen Firmen
geliefert werden. Brasilien ist der weltgrößte
Exporteur auf diesem Gebiet.
Schiffsbau
Als Präsidentschaftskandidat hatte Lula noch scharfe Kritik am
Kauf von Erdölförderplattformen im Ausland geübt. Heute
will die staatliche Petrobrás drei offshore - Plattformen aus dem
Ausland beziehen, eine davon aus China. Begründung: In Brasilien
seien diese nicht so schnell zu bekommen, wie man sie benötigt,
die einheimischen Werften hätten keine Kapazität dafür
frei. Ein Kommentar erübrigt sich. Schade, daß Politiker so
oft meinen, ihre Wähler seien Kleinkinder, denen man nicht die
Wahrheit sagen und mit Logik kommen dürfe.
Stromsektor
Wir mußten schon Strom
sparen, aber trotzdem werden gewaltige Subsidien gezahlt, um die
Lücke zwischen der erzeugten und verbrauchten Elektroenergie
geldmäßig zu schließen. Diese "Unterstützung"
belief sich in den letzten Jahren auf folgende Werte:
|
1999
|
2000
|
2002
|
2002
|
2003
|
2004
|
Mio.R$
|
488,1
|
675,9
|
918,2
|
1.156,2
|
2.219,3
|
3.132,4
|
Im Mittel wurde von den Thermokraftwerken im Norden (Ausnahme Enersul,
Wert in den anderen Regionen Brasiliens 15 %) 33,01 % mehr Energie
erzeugt als verbraucht, die Einzelwerte sind:
|
%
|
Ceam (Amazonas)
|
45,34
|
CER (Roraima)
|
38,29
|
Ceron (Rondônia)
|
35,84
|
CEA (Amapá)
|
34,44
|
Eletroacre (Acre)
|
32,99
|
Manaus Energia
|
32,59
|
Boa Vista Energie
|
25,67
|
Coelba (Bahia)
|
21,16
|
Celpa (Pará)
|
14,92
|
Jarí Celulose
|
12,49
|
Cemat (Matogrosso)
|
10,25
|
Enersul (Matogrosso do Sul)
|
8,69
|
Von den gezahlten 3,1 Mrd. R$ Subsidien wurden ca. 1 Mrd. R$ für
Energie ausgegeben, die nie beim Verbraucher ankam. Anstelle
Stromzähler zu installieren, sollte man besser mehr Mitarbeiter
für Staatsanwaltschaft und Rechnungshöfe bewilligen.
Informationstechnologie
Weniger als 1 % der
ungefähr 400.000 im Einsatz befindlichen Traktoren haben einen Bordcomputer in Brasilien, bei den
60.000 Erntemaschinen sind es immerhin schon 4 bis 5 %. Zur
Ausrüstung einer guten Erntemaschine gehört heute mindestens
auch in Brasilien GPS, Satellitentelefon und Bordcomputer. Dedini z.B. spart pro Ernte durch
den Einsatz von IT ca. 9 Mio. Liter Dieselöl. Zur Zeit haben
von den 450 landwirtschaftlichen Maschinen und Lkws der Dedinigruppe
100 eine IT - Ausrüstung, weitere 100 werden gerade in
Pirassununga nachgerüstet. Erstaunlich, daß die mit
Laservermessung und computergestützter Schnittoptimierung
versehenen Blockbandsägen von Nienkämpfer
in Brasilien noch keinen Abnehmer gefunden haben, die hiesigen
Sägewerkbetreiber sehen offensichtlich noch nicht den Nutzen von
IT. Nur am Rande sei bemerkt, daß die Ghanesen ihn schon erkannt
und über 100 Anlagen gekauft haben.
Kfz - Hersteller und
-Zulieferer
Die Nachricht vom 1. April, daß DaimlerChrysler
die Produktion
der A-Klasse in Juiz de Fora im August aufgeben und den SmartFormore
dort nicht bauen wird, war leider kein Aprilscherz. Die Zulieferer
ThyssenKrupp, Johnson Controls, Lear, Aethra und Decoma/Magna
kündigten daraufhin an, daß man in den nächsten Wochen
ebenfalls die Aktivitäten für dieses Werk mit 1.100
Mitarbeitern, welche zur Zeit 20 Stunden in der Woche arbeiten,
einstellen und damit auch die dort beschäftigten ca. 200
Mitarbeiter der Zulieferer entlassen werde. Das ist das vorläufig
unrühmliche Ende für ein Werk, welches erst 1999 eingeweiht
worden war. Die Fabrik war mit massiver, auch finanzieller
Unterstützung (in Form von Steuervergünstigungen) der
Regierung gebaut worden.
Am 7.4.2005 verkündigte Fiat in
Italien, daß man 1,3 Mrd. R$ (380 Mio. €) im brasilianischem Werk
in Betim von 2005 bis 2007 investieren wolle. Das Geld soll für
die Entwicklung neuer Fahrzeuge und Technologien verwendet werden. 2004
hatte Fiat in Betim 350.000 Fahrzeuge produziert, aber 460 Mio. R$
Verlust eingefahren. Dieser Verlust ist auf Rückstellungen in
Höhe von 740 Mio. R$ zurückzuführen, ohne diese
wäre ein Gewinn von 280 Mio. R$ erzielt worden. Das
Brasiliengeschäft macht für die Fiatfahrzeuggruppe 20 % des
Weltgeschäftes aus. Letztes Jahr hat die brasilianische Fiat mit
478 Mio. US$ 44 % mehr exportiert als im Jahr zuvor.
Michelin wird eine Fabrik in
Rio für 200 Mio. US$ bauen, die Ende 2007 die Produktion mit 400
Mitarbeitern aufnehmen soll.
Bridgestone
Firestone baut für 280 Mio. US$ bereits an einer neuen
Fabrik in Camaçari, die in zwei Jahren fertig sein soll.
Continental baut ebenfalls in
Camaçari eine Fabrik für 260 Mio. US$, deren Produktion ab
Ende 2006 zu 90 % exportiert werden soll.
Goodyear investiert 120 Mio. US$ in
den Ausbau der Fabrik in Americana. In 2004 hat die brasilianische
Reifenindustrie 52 Mio. Reifen produziert.
Am 14.4.2004 wurde der Kaufvertrag für die MWM Motores in São Paulo
unterschrieben, der neue Eigentümer International aus Canoas formte
daraus die MWM International
Indústria de Motores Ltda. mit einem Umsatz von heute 600
Mio. US$ und einem Umsatzziel für 2010 von 1 Mrd. US$, wobei davon
40 % exportiert werden sollen. Die neue Firma hat bei in Brasilien
hergestellten Dieselmotoren einen Marktanteil von 53 %. die
Gesamtproduktion Brasiliens wird dieses Jahr ca. 300.000 Einheiten
betragen. Der bisherige MWM - Eigentümer Heinz Hermann Thiele, dem
auch die Knorr Bremse gehört, informierte die wichtigsten Kunden
persönlich vom Verkauf.
Dana wird in der Fabrik in
Campo Largo 3 Mio. R$ für ein neues Gebäude investieren und
60 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um für 1.157
Volvobusse, die für Chile bestimmt sind, Chassis zu bauen.
São Paulo ist immer noch der stärkste Bundesstaat, was die
hiesige Automobilproduktion
angeht, wenn auch der Anteil gegenüber den Vorjahren
kontinuierlich gesunken ist:
|
Produktionsanteil in %
|
|
1990
|
2002
|
2003
|
2004
|
São Paulo (DaimlerChrysler,
Ford, GM, Honda, Land Rover, Scania, Toyota, VW)
|
74,8
|
55,2
|
52,8
|
49,9
|
Minas Gerais (DaimlerChrysler,
Fiat, Iveco)
|
24,5
|
22,2
|
20,1
|
20,2
|
Paraná (Nissan,
Renault, VW/Audi, Volvo)
|
0,5
|
8,3
|
8,1
|
9,9
|
Rio Grande do Sul (Agrale,
GM, International)
|
0,2
|
6,4
|
6,6
|
6,4
|
Rio de Janeiro (Peugeot/Citroen,
VW-Lkw)
|
|
4,1
|
4,1
|
4,7
|
Bahia (Ford)
|
|
3,2
|
7,6
|
8,6
|
Goías (Mitsubishi)
|
|
0,6
|
0,7
|
0.8
|
Getreu dem Prinzip "Wes Brot ich eß, des Lied ich sing", ging
auch der Anteil der Zulieferer, die vor zehn Jahren zu 86,3 % im
Bundesstaat São Paulo beheimatet waren, auf heute 72,5 %
zurück. Follow Source
und Just in Time forderten
ihren Tribut.
Der März 2005 ist der beste Monat in der Geschichte der
brasilianischen Autoindustrie gewesen. Die Rekordwerte waren 936,4 Mio. US$
Export und 218.600 produzierte Fahrzeuge. Im März 2005 wurden 30 %
mehr Fahrzeuge abgesetzt als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Mit
Glück werden sich diese Werte weiter verbessern, wenn VW den Fox
für 8.950 € ab April nach Europa exportiert. Wobei laut "Estado de
São Paulo", unserer hiesigen FAZ, der Wagen in Kopenhagen
- Schweden offiziell
lanziert wird. Hoffentlich sind die Dänen damit einverstanden.
Weitere Zahlenwerte dazu finden Sie beim Kfz - Herstellerverband ANFAVEA.
In 2004 stieg die Weltfahrzeugproduktion
um 5,6 %, die Südamerikas aber um 24 %. Allerdings machte der
Anteil Südamerikas nur 4 % der weltweit gefertigten 63,9 Mio.
Autos aus. Brasilien liegt jetzt mit 2,2 Mio. Fahrzeugen auf dem
neuntem
Platz, vor Großbritannien mit 1,85 Mio. Einheiten.
nach
oben »
Infrastruktur und Private
Public Partnership
Am 4.4.04 verkündete das Transportministerium die Vergabe von
Konzessionen für insgesamt
3.000 km Bundesstraßen und BAB
an, was den Gewinnern innerhalb der 25 Jahre Gültigkeitsdauer ca.
13 Mrd. R$ Investitionen abverlangen wird. Die Verträge für
die wichtigen BAB Fernão Dias (São Paulo - Belo
Horizonte) und Régis Bittencourt (São Paulo - Curitiba)
sollen bis Oktober unterzeichnet werden.
Eisenerz ist teu(r)er geworden, die
CVRD erhöhte die Preise um 71 %. Und da das Erz am Preis eines
Rohbleches 8 bis 10 % ausmachen soll, kann man sich die Auswirkungen
denken. Allerdings sind diese angeblich nicht so gravierend wie man
annehmen könnte, wenn man die oft zitierten 33 % hört, denn
ein Auto habe laut IBS - Instituto Brasileiro de Aço nur einen
Masseanteil von 400 kg Flachstahl und 150 kg anderen Stahl, was 1.100
R$ entspräche bzw. 6,4 % dieses Fahrzeuges. Wobei das IBS sicher
nicht Ausschuß und Schrott (Stanzreste, Späne...)
berücksichtigt hat und ebensowenig offensichtlich Gußeisen
(Motorblock...), die ja auch aus dem Eisenerz stammen. Und Masse und
Wert müssen auch nicht konform gehen, wenn man Äpfel mir
Birnen vergleicht.
Die CVRD hatte letztes Jahr
schon ein außergewöhnlich gutes Resultat zu verzeichnen
(12,2 Mrd. R$ liquide Mittel und 6,46 Mrd. R$ Gewinn), dieses Jahr
sollen diese Werte noch übertroffen werden. Allein in 2005 sollen
3,3 Mrd. US$ investiert werden.
nach oben
»
Im ersten Vierteljahr 2005 betrug die mittlere Monatsfluktuation der
brasilianischen Arbeitnehmer mit formalem
Anstellungsverhältnis 3,93 %, was einem Jahreswert von 47,16 %
entspricht! Diese Zahl vermittelt einen falschen Eindruck, weil viele
Arbeitnehmer mehrmals im Jahr den Arbeitgeber wechseln, meist
gezwungenermassen, weil sie entlassen wurden. Die mittleren Monatsbezüge der Entlassenen
betrugen 2.443,23 R$, der Eingestellten 388,50 R$. Für eine
sozialistische Regierung eigentlich ein sehr bedenkliche Entwicklung,
aber die Alarmglocken schrillen noch nicht, denn die Politiker und der
öffentliche Dienst sind offensichtlich nicht von ihr betroffen.
Die Überziehungszinsen
betrugen im April im Mittel 8,24 %, aber im Monat!
Das Parlament geht jetzt gegen den in Brasilien weit verbreiteten Nepotismus vor, wobei der
Abgeordnete Jaír Bolsonaro meinte, daß es auch verboten
sein müßte, seiner Geliebten einen Posten im
öffentlichen Dienst zu verschaffen, schließlich wisse jeder,
daß dies heute zur Praxis gehöre.
Amir Khair, früherer Finanzchef der Stadt São Paulo,
veröffentlichte eine Studie über Steuern und verglich die
Daten von 119 Staaten von 2002. Die Steuerlast
in entwicklungsmäßig mit Brasilien vergleichbaren
Ländern betrug im betrachtetem Jahr 21,2 %, in Brasilien waren es
35,8 %. Der Anteil der Lohnsteuer in Brasilien betrug dabei 6,7
%-Punkte, während es in Asien 1,1 und in Afrika 0,9 % waren. Von
allen 119 untersuchten Ländern war nur Schweden mit 6,9 %-Punkten
noch unbarmherziger als Brasilien. Der Anteil der Verbrauchssteuern war
in Brasilien 47,2 % des Gesamtsteueraufkommens, der Wert für die
anderen Länder lag bei 28,6 %.
Die brasilianische Regierung hat im April für die
Stammzellenforschung
einmalig 10 Mio. R$ freigegeben und gleichzeitig die
Aufwendungen für
Parlamentarier um jährlich 190 Mio. R$ erhöht.
Im Ausland lebende
Brasilianer
schicken fast 3 Mrd. US$ jährlich zu ihren Familien im
Heimatland. Dazu paßt, daß viele auf die USA schimpfen,
aber 30 Mrd. US$ der in 2003 von Ausländern in die Heimat
transferierten 100 Mrd. US$ eben aus diesen USA stammen. Nach dem Motto
"die fütternde Hand wird erstmal gebissen".
In 2003 wurden 2,3 Mrd. R$ mit 225 Mio.
Büchern in Brasilien umgesetzt.
Der Brasilianer liest statistisch gesehen im Jahr 1,8 Bücher. 52
aller Buchverlage in Brasilien setzen weniger als 1 Mio. R$ im Jahr um,
74 % aller Buchverlage hoffen, daß 2005 besser als das Vorjahr
wird, in diesem Jahr sollen 16.000 neue Titel erscheinen.
Die Schneiderin Belmira Damasco starb 2001 mit 89 Jahren, bezieht aber
nach wie vor
Rente. Jeden
Monat werden ca. 400 R$ an sie überwiesen plus ein halbes
Minimumgehalt, eine Rente, die sie von ihrem Vater erbte. Die Familie
versucht seit September 2001 diesen Geldfluß zu stoppen, bis dato
(3.4.2005) ohne Erfolg. Wie gut die Registrierung der
Rentenempfänger funktioniert, merkt man auch daran, daß es
ab einem Alter von 70 Jahren mehr Rentenempfänger als lebende
Einwohner gibt. Diese Inkompetenz der Behörden kostet nach
Schätzung des zuständigen Ministers ca. 30 Mrd. R$ im jahr.
Und dann wird über das Defizit der Rentenversicherung gejammert!
Die Regierung hat zwar die Vereinheitlichung des
Wechselkurses angekündigt, aber
am 18.4.2005 konnte man im "Estado de São Paulo" folgende
Dollarkurse (Kauf) vom 15.4.
câmbio
comercial 2,617,
câmbio paralelo 2,707,
câmbio turismo 2,560 lesen.
25 % des brasilianischen
BIP
wurde 2002 in nur 9 Städten erzeugt,
nämlich São Paulo, Rio de Janeiro, Brasília, Manaus,
Belo Horizonte, Duque de Caxias, Curitiba, Guarulhos und São
José dos Campos. Zu dieser Zeit lebten in diesen Städten
15,2 % der brasilianischen Bevölkerung.
Nicht aus Neigung, sondern aus Notwendigkeit sind immer mehr
Brasilianer Unternehmer und stehen dabei weltweit auf Platz 7:
Land
|
% der
Bevölkerung mit unternehmerischer Tätigkeit
|
Peru
|
40,3
|
Uganda
|
31,6
|
Ekuador
|
27,2
|
Jordanien
|
18,3
|
Neuseeland
|
14,7
|
Island
|
13,6
|
Brasilien
|
13,5
|
Australien
|
13,4
|
Argentinien
|
12,8
|
USA
|
11,3
|
nach oben
»
Aus
Deutschland können Sie mich unter der VoIP - Telefonnummer 0180 -
1777 5559 128 erreichen oder Sie rufen (teurer) 0055 - 11 - 5666 8266
an. Meine private Emailadresse ist knaumann@uol.com.br,
meine geschäftliche karlheinz.naumann@eurolatinainternational.com.br.
Bitte beachten Sie den Zeitunterschied von je nach Jahreszeit 3 bis 5
Stunden!
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