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BRASILIEN AKTUELL PER 31. OKTOBER 2004


von Karlheinz K. Naumann


Bild NaumannBehandelte Themen:
Eindrücke meiner letzten Deutschlandreise: China, USA und selbst Indien stellen Brasilien in den Schatten; wer Brasiliengeschäfte machen will, engagiert sich vor Ort, der reine Export wird schwieriger.
Volkswirtschaftliche Daten: Der brasilianische Export boomt, der Inlandsmarkt schwächelt, Zinsen bleiben hoch, brasilianische Multis verstärken internationale Präsenz.
Politik: Brasilien tut sich schwer mit Handelsabkommen, Regierungsbürokratie blockiert Investitionen.
Kriminalität: Statistik zeigt Rückgang, aber noch kein Vergleich z.B. mit deutschen Verhältnissen.
Firmennachrichten: Chemiefirmen verdienen und investieren, börsengehandelte Unternehmen erreichen beste Ergebnisse seit vielen Jahren.
Branchenberichte: Chemieindustrie, Kfz-Hersteller, Kfz-Zulieferer, Glassektor, alle freuen sich über Aufschwung.
Geschäftschancen: Kosmetik, Tunnelbau, Erdgas, Straßenbau,  Eisenbahn, Müllbeseitigung bieten Einstiegsmöglichkeiten ins Brasiliengeschäft.

Wegen einer mehrwöchigen Geschäftsreise komme ich erst jetzt, d.h. Ende November, dazu, den Monatsbericht für den Oktober zu schreiben, was zu einigen Anfragen von treuen Lesern führte.  Außerdem bat mich ein Leser, an den Anfang einen Überblick der behandelten Themen zu stellen, was ich hiermit tue. Eine Leserin bat mich um Quellenangaben, in der nächsten Ausgabe werde ich diese einfügen. Viele von mir verwendeten Zahlen sind allgemein zugänglich, z.B. in den Sites der brasilianischen Zentralbank und vieler Verbände.

Eindrücke meiner letzten Deutschlandreise

Diesmal fuhr ich 2.500 km, sprach in eineinhalb Wochen mit 35 Unternehmern, einigen Diplomaten der Mercosurländer und den Mitgliedern des Arbeitskreises Lateinamerika und hielt einen kurzen Vortrag im Landeswirtschaftsministerium von NRW. Fazit: Nach wie vor besteht Interesse an Brasilien (und anderen lateinamerikanischen Ländern), aber nicht mehr so stark wie vor sieben Jahren, als ich mit meinen Beratungsrunden in Deutschland begann. Früher kamen manchmal mehr als 20 Firmen pro Tag zu mir, heute ist es nur noch die Hälfte, aber fast alle Firmen wollen mit den Chinesen sprechen (darüber mehr in der Novemberausgabe). Aber früher wollten auch praktisch alle Interessenten nur exportieren und das möglichst ohne Aufwand, d.h. die Firmen suchten einen Vertreter oder Importeur und wollten nicht investieren.  Wenigstens das hat sich auch grundlegend gewandelt. Wer heute zu mir kommt bzw. wen ich besuche, der ist in vielen Fällen Realist und weiß, daß einfaches Exportieren nur in Ausnahmefällen den erwünschten Erfolg bringt und daß oft ein Engagement vor Ort unvermeidlich ist. Was vom augenblicklichen Eurokurs (und den Dienstleistungen meiner Firma EUROLATINA) sehr erleichtert wird. Interessant und erfreulich für mich, manche Teilnehmer an Delegationsreisen kommen im Anschluß an ihren Brasilienaufenthalt zu mir, weil sie die Erfahrung machen, daß eine Reise nicht ausreicht, man muß vor Ort vertreten sein, um Erfolg zu haben.

Auch laut A. T. Kearney ist die Anziehungskraft Brasiliens auf Auslandskapital längst nicht mehr so stark wie früher, aber wer sich die Position Mexikos in der folgenden Tabelle ansieht, wird sehen, daß auch hier gilt: Wer hoch steigt, kann tief fallen:
                           
Land
Position 2004
Position 2003
China
1
1
USA
2
2
Indien
3
6
Großbritannien
4
7
Deutschland
5
5
Rußland
11
8
Polen
12
4
Brasilien
17
9
Mexiko
22
3

Und Brasilien war schon mal auf dem zweitem Platz! D.h. die Leute. die über Fabrikinvestitionen entscheiden, denken langfristig und sehen die Regierung Lula wahrscheinlich trotz ihres Erfolge, das Länderrisiko auf erträgliche Werte zurückzuführen, immer noch als Risikofaktor an. Erstaunlich, daß dies bei der kommunistischen Regierung der "Volks"republik China nicht der Fall zu sein scheint oder überwiegt hier einfach die Marktgröße? Und was ist schon dran an Indien? Sicher kein Tango, aber englischsprechende gut ausgebildete potentielle Mitarbeiter und ein großer Markt (in der Nähe Chinas).

Volkswirtschaftliche Daten

In Brasilien gibt es 26 Metropolen, in denen 70 Millionen Menschen auf nur 3 % der Fläche des Landes wohnen. 10 % der brasilianischen Bevölkerung wohnen in der Metropole São Paulo auf sogar nur 0,09 % der Fläche und produzieren 14 % des BIP Brasiliens und 44 % des BIP des Bundesstaates São Paulo. Bundesstaat und Stadt São Paulo sind also immer noch die Lokomotive Brasiliens und obwohl die Zusammenballung so vieler Menschen auch negative Seiten hat, sind viele Firmen, die es nach Brasilien zieht, durchaus gut beraten, wenn sie São Paulo als Standort wählen. Die Metropole São Paulo setzt sich aus 39 Städten zusammen, die übergangslos ineinander übergehen und das viertgrößte Ballungsgebiet der Welt bilden.

Seit Oktober (Zinsen vom 14.10.2004) zahlt der Verbraucher wieder mehr Zinsen, nämlich als natürliche Person für einen Überziehungskredit zwar weiterhin 140,6 %, aber für einen persönlichen Kredit 76,7 % im Jahr. Da haben es die juristischen Personen viel besser mit "nur" 31,1 % jährlich. Wer ein Auto auf Pump kauft, wird mit 35,7 % im Jahr zur Kasse gebeten; wohl dem, der sein Auto erst anspart und dann fährt. Anfang Oktober betrug das gesamte Kreditvolumen für natürliche und juristische Personen 263,3 Mrd. R$, natürlich ohne Staatsschuldenanteil! Besonders beliebt ist übrigens der Kredit, dessen Raten vom Gehalt abgezogen und vom Arbeitgeber an die Bank überwiesen werden, er ist wesentlich billiger als ein persönlicher Kredit, aber immer noch teuer genug. Aber Weihnachten steht ja bald vor der Tür, wer wird da auf den Centavo schauen! Obwohl es eher der Real ist. Kein Wunder, daß die größte Privatbank Brasiliens, Bradesco, in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rekordgewinn von 2 Mrd. R$ erreichte. Wozu nicht nur der Zinssatz, sondern auch die bessere Zahlungsmoral bzw. das bessere Zahlungsvermögen der Kreditnehmer beitrug.

Trotzdem können wir nicht klagen, denn wenigstens unser Export läuft wegen des niedrigen Realkurses glänzend, während der ersten sechs Monate 2004 stieg er um 31 %, während der Rest der Welt nur 20 % Zuwachs verzeichnete. Die Liste der wichtigsten Exporteure der Welt zeigen aber auch, wie weit Brasilien noch von einem Spitzenplatz entfernt ist (Export 2003 in Mrd. US$):

Deutschland
748,3
Spanien
151,7
USA
723,8
Taiwan
150,3
Japan
471,8
Singapur
144,1
China
437,0
Rußland
134,4
Frankreich
386,7
Schweiz
101,2
Großbritannien
304,6
Schweden
99,4
Holland
294,1
Malaysia
99,4
Italien
292,1
Österreich
95,8
Kanada
272,7
Irland
92,7
Belgien
255,3
Saudiarabien
88,5
Hong Kong
228,7
Tailand
80,5
Südkorea
193,8
Brasilien
73,1
Mexiko
165,4

Wir sollten uns vielleicht mit der Mentalität der Einwohner meiner alten Heimat Berlin trösten. Als ein Berliner nämlich von einem Bayern nach den Bergen in Berlin gefragt wurde, sagte er, daß es (vom Kreuzberg abgesehen) in Deutschlands Haupstadt keine gäbe. Aber, fügte er hinzu, wenn wir welche hätten, wären sie natürlich höher als eure.

In 2003 betrug der Anteil Brasiliens am Weltexport gerade mal 1 %, aber am Export Lateinamerikas fast 20 % (2000: 15 %). Übrigens schaffte es Argentinien 2003 den Import um 78 % zu steigern und in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um 73 %, was Brasilien geholfen hat, seinen Export zu vergrößern.

Aber auch Brasiliens Import kann sich sehen lassen, per 24.10.2004 waren es 49,457 Mrd. US$, mehr als im ganzem Jahr 2003 (48,290 Mrd. US). Der durchschnittliche Tageswert betrug am Ende der vierten Oktoberwoche 286,7 Mio. US$ (Oktober 2003: 218,4) und der des Exportes 443,7 (Oktober 2003: 329,0). Was deutsche Exporteure besonders interessiert, ist natürlich die Frage, welche Waren Brasilien importiert. Bei einem Vergleich der Oktoberwerte von 2003 und 2004 zeigen sich besonders Importsteigerungen bei Düngemitteln, Treib- und Schmierstoffen, Kunststoffen, organische und anorganische chemische Erzeugnisse, Stahl- und Eisenprodukte, elektrische und elektronische Erzeugnisse sowie optische und sonstige Präzisionsinstrumente.

Übrigens vertrauen Brasiliens Unternehmer nicht blind dem Exporterfolg, weil sie auch nicht blind den Politikern vertrauen, die ihn mit einer Unterschrift negativ oder positiv beeinflussen können. Deshalb investierten sie per September 2004 immerhin 8,825 Mrd. US$ im Ausland, das ist der vierzigfache Wert (223 Mio. US$) des gleichen Vorjahreszeitraumes! Immer mehr brasilianische Firmen sind im Ausland mit eigenen Fabriken tätig, so Gerdau (Stahl) in den USA, Kanada, Uruguay, Argentinien und Chile, WEG (E-Motoren) in Mexiko und Portugal, AmBev (Getränke) in Argentinien, Bolivien, Chile, Ekuador, Guatemala, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela, Embraer (Flugzeuge) in China und künftig auch in den USA und Marcopolo (Karosseriebauer) in Südafrika, Argentinien, Kolumbien, Mexiko und Portugal. Marcopolo verkauft zur Zeit 5.000 Omnibusse jährlich in 70 Ländern. Embraer beschäftigt 15.400 Menschen, davorn 3.500 Ingenieure. Und Gerdau kaufte Ende Oktober die US - amerikanische North Star Steel.

Die Beschäftigungsrate Brasiliens wird wahrscheinlich Ende des Jahres den besten Wert seit 1986 erreichen, weil vor allem die Exportindustrie händeringend Personal sucht, aber bitte schön, qualifiziertes.

Politik

Der Bundesstaat São Paulo wird glücklicherweise gut von Geraldo Alckmin, einem Arzt, regiert, dessen PSDB - Parteikollege (und ex - Präsidentschaftskandidat, der Lula unterlag) José Serra, ein Ingenieur, ab 1.1.2005 Oberbürgermeister von São Paulo sein wird. Dieser übernimmt ein schweres Erbe und muß zunächst die von der PT - Oberbürgermeisterin finanziell in die Bredoullie gebrachte Stadt wieder sanieren. Aber zusammen mit seinem Parteifreund wird dies hoffentlich gelingen und die gemeinsamen Anstrengungen werden São Paulos Zukunft als weiterhin wichtigsten Industriestandort des Landes sichern.

Das Land Brasilien wird nicht ganz so gut regiert, vor allem, wenn man die Ergebnisse der Verhandlungen mit der EU als Maßstab heranzieht. Es gibt nämlich keine. Wichtige Sektoren wie Dienstleistungen und landwirtschaftliche Erzeugnisse sind nach wie vor ein Haupthindernis für den Abschluß eines Freihandelsabkommens zwischen Brasilien und der EU, Verhandlungen übrigens, die von den USA mit großem Mißtrauen gesehen werden. Mexiko kann da ganz andere Ergebnisse vorweisen und exportiert deshalb auch mehr als doppelt so viel wie Brasilien.

Da das Land von Politikern regiert wird, die sich nur alle vier Jahre per Wahl der Verantwortung stellen und die ihre Ideen ausführenden Beamten unkündbar sind, müssen sich die Unternehmer und ihre angestellten Manager etwas einfallen lassen. Denn Warten auf Wunder ist wie das Warten auf Godot. Was machen also brasilianische Unternehmen, die vergeblich auf Alca und EU schauen? Sie suchen Kontakt mit Ländern, die ihnen die Türen zu verschlossenen Märkten öffnen. Dixie-Toga und Santista z.B. bereiten sich vor, in Mexiko und Chile zu investieren. Santista hat bereits eine Stoffabrik in Chile und Chile hat ein  Freihandelsabkommen mit den USA und kann dorthin Jeans mit Nullzollsatz exportieren. Der nächste Schritt Santistas ist eine Fabrik in Mexiko, weil dieses Land bereits Handelsabkommen sowohl mit der EU als auch mit den USA hat. Bei direktem Export unterliegen brasilianische Jeans in den USA einem Zollsatz von 17 % und in der EU von 12,8 %. Dixie-Toga will Fabriken für Verpackungsmaterial sowohl in Mexiko als auch in Chile eröffnen. Heute beinhaltet das Handelsabkommen Chile - EU noch kein Verpackungsmaterial, aber sobald dieses mit aufgenommen wird, wäre Dixie-Toga aus dem Chilegeschäft. Die Firma exportiert Zahnpastaverpackungsmaterial aus einer Fabrik in Rio Grande de Norte nach den USA und befürchtet das Auftauchen eines Konkurrenten in einem Land, aus dem der Export dieses Erzeugnisses nach den USA zollbefreit ist.

Aber wenigstens hat Brasilien es geschafft, ein Handelsabkommen mit den Andenstaaten abzuschließen, ein sehr bescheidener Erfolg im Vergleich zu den mehr als 30 Handelsabkommen Mexikos und Chiles. Übrigens funktioniert das Abkommen von 2002 zwischen Mexiko und Brasilien sehr gut und Mexiko ist bereits der größte Abnehmer der brasilianischen Kfz - Industrie. Mit Indien wurde ein Abkommen geschlossen, welches zunächst 400 von 10.000 Produkten umfaßt. Die USA sprechen über Handelsabkommen mit allen Ländern beider Amerikas, nur nicht mit den Mercosurstaaten, Kuba und Venezuela.  Das kann für Brasilien zum Verlust von Exportmärkten führen, wenn die Politiker nicht schnellsten an den Verhandlungstisch zurückkehren, um das ALCA - Projekt voranzutreiben oder wenigstens umfassende bilaterale Handelsabkommen abzuschließen.

Wie wichtig (nicht nur) eine Steuerreform ist, kann man an der Zahl der Firmen ablesen, die Steuerschulden beim Bund haben. Diese Zahl wuchs seit Amtsantritt Lulas um eine Millionen oder um 24,3 %, der geschuldete Wert stieg um 37,3 % auf 239 Mrd. R$. Und dies trotz eines historisch hohen Niveaus der Industrieproduktion.

Eine andere Reform betrifft die Bürokratie, nach Erhebungen der Regierung sind zur Zeit mindestens 16 Mrd. US$ Investitionen aus dem Ausland wegen der Langsamkeit der Behörden gestoppt.  Das größte Hindernis für den Zugang dieser Gelder ist der Umweltschutz. Die Chinesen wollen z.B. für 2 Mrd. US$ ein Stahlwerk im Bundesstaat Maranhão bauen und das größte  Transportschiff der Welt, um damit Soja und Stahl nach China zu bringen. Aber wegen der Umweltschutzauflagen steht das Projekt zur Zeit.

Kriminalität

Im Bundestaat und in der Stadt São Paulo geht die Mordrate seit fünf Jahren zurück. In den ersten neun Monaten des Jahres 2004 war sie in den Gemeinden des Bundestaates 26,9 % niedriger als in 2000. In der Stadt São Paulo war der Rückgang mit 23 % im ersten Halbjahr 2004 mit 37,6 Morden auf 100.000 Einwohner gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 mit 46,7 sogar noch deutlicher. Dazu trugen viele Faktoren bei, angefangen bei der erfolgreichen Sozialarbeit über mehr Polizeipräsenz bis hin zur freiwilligen Abgabe von Waffen, die damit nicht mehr in die Hände von Kriminellen fallen konnten. Illegaler Waffenbesitz ist nach neuester Rechtslage jetzt auch ein Verbrechen und kein Vergehen mehr in Brasilien. Von  Januar bis Oktober hat die Militärpolizei in der Stadt São Paulo 81.700 Operationen durchgeführt, die mit der Festnahme von 11.000 Personen endeten. Aber in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden im Bundesstaat São Paulo 1,45 Mio. Straftaten registriert, gegenüber 1,46 Mio. im gleichem Zeitraum 2003, das sind 12 % mehr als in den ersten neun Monaten der drei vorhergehenden Jahre. Immerhin gingen aber auch Raub und Autodiebstähle von 2004 im Vergeich zu 2003 (immer die ersten neun Monate)  um 22 % zurück und Vergewaltigungen und Raubüberfall mit Todesfolge um 5,6 %. Das heißt noch lange nicht, daß wir paradiesische Zustände hätten, aber immerhin stimmt die Tendenz.

Firmennachrichten

BASF wird in Brasilien in den nächsten drei Jahren 180 Mio. US$ in Instandhaltung und Kapazitätsausweitung investieren. In Guaratinguetá hat sie bereits 4 Mio. R$ für eine Eisenbahnlinie ausgegeben, um ihre Transportkosten zu senken. Im ersten Halbjahr 2004 wuchs BASF in Brasilien um 15 %.

Rhodia - Ster erwartet, daß Brasilien der Standort einer neuen Fabrik  für PET - Verpackungen sein wird, welche 400.000 Jahrestonnen produzieren soll. Die dafür nötige Investition wird auf 70 Mio. US$ veranschlagt.

Petrobrás und Ultra wollen ein neues Petrochemiezentrum für die Produktion von 1,2 Mio. Jahrestonnen Ethylen bauen, die Investition dafür wird bei 2,5 bis 3 Mrd. US$ liegen. Der Standort wird in Rio, São Paulo oder Espírito Santo sein.

Unipar will den Standort im ABC (Groß - São Paulo) ausbauen und dann dort mehr als 300.000 Jahrestonnen Ethylen (Eterno) produzieren. Der Standort wird dann insgesamt auf eine Jahreskapazität von 1 Mio. Tonnen kommen. Die Kapazität für Ethylen (Etileno) soll mit 160 Mio. US$ von 500.000 auf 700.000 Tonnen jährlich erweitert werden. Für 160.000 Tonnen davon wird als Ausgangsstoff Gas aus einer Petrobrásraffinerie anstelle von Nafta benutzt werden.

Braskem wird in Partnerschaft mit Petrobrás in Paulínia eine 300.000 Jahrestonnen - Polipropylen - Fabrik bauen, für die zwischen 180 und 200 Mio. US$ erforderlich sein werden. Die Fabrik soll Anfang 2007 in Betrieb gehen. Außerdem überlegt die Firma, eine Polyethylenfabrik für 600.000 Jahrestonnen an der Grenze zu Bolivien zu bauen, ein Megaprojekt von 1 Mrd. US$, welches bis 2009 realisiert werden soll.

Polibrasil wird 2005 eine Fabrik in Pindamonhangaba einweihen, die 15 Mio. US$ kostet und Polypropylen - compounds für die Kfz - Industrie herstellen wird. Die Fabik in Rio de Janeiro wird kapazitätsmäßig von 200.000 auf 300.000 Jahrestonnen Polipropylen ausgebaut und die in Mauá von 150.000 auf 450.000 Jahrestonnen. Die Investition dafür beträgt 73 Mio. US$.

Clariant, schweizer Multi, war positiv überrascht über die Entwicklung des Geschäftes mit Chemikalien für den Kosmetiksektor (10 % Zuwachs per September 2004 gegenüber dem Vorjahresvergleichsraumes) und will 2,5 Mio. US$ investieren.


Eine Analyse der ersten 25 Firmen mit offenem Kapital, die bis September ihre Finanzergebnisse veröffentlichten, zeigt eine starke Zunahme der Lukrativität, einige davon wie CST, Cemig, WEG und Aço Villares die besten Ergebnisse der letzten 17 Jahre:
Firma
Sektor
Nettogewinn (Mio. R$)
bester Wert seit
Siderurgica Tubarão
Stahlerzeuger
1.124,4
1987
Cemig
EVU
934,8
1987
Acesita
Stahlerzeuger
422,2
1988
Copesul
Chemie
412,0
1993
Tele Centroeste Celular
Telekommunikation
377,5
1998
WEG
Elektromaschinen
307,7
1987
TIM Participações
Telekommunikation
201,1
1998
Aços Villares
Stahlerzeuger
140,6
1987
TIM Sul
Telekommunikation
130,7
1998
Enersul
EVU
71,1
1994
Bandeirantes Energia
EVU
62,3
1998
Sehr schön, aber nichts gegen die Gewinne der Banken, siehe weiter oben den Bradesco - Gewinn.

Branchenberichte

Der Chemie geht es gut, wenn man das Jahr 1990 als Basis mit 100 annimmt, steht die Produktion von Chemikalien für industrielle Zwecke heute, Ende 2004, schon bei 155,1. Wobei die Entwicklung des Ausstoßes praktisch linear verlief. Der Export stieg von 2,1 Mrd. US$ in 1991 auf (geschätzte) 5,5 Mrd. US$ in 2004, der Import sogar von 3,6 auf 14,0 Mrd. US$ (+ 27 % gegenüber dem Vorjahr bzw. 23 % aller brasilianischen Importe in 2004). Bis 2008 will die Branche 5 Mrd. US$ investieren, nach Bundesstaaten aufgegliedert (jeweils Mrd. US$): 1,33 -> São Paulo, 0,49 -> Rio de Janeiro, 0,36 -> Minas Gerais, 0,32 -> Bahia, 0,22 -> Pernambuco, 0,05 -> Rio Grande do Norte, 0,79 -> nicht definiert, 0,13 -> sonstige Bundesstaaten. Diese Investitionen sind bitter nötig, um das anhaltende Wachstum nicht zu behindern, betrug doch die Kapazitätsauslastung im August 2004 unglaubliche 94 %! Laut Abiquim (Chemieverband) bedeutet das auch 5.000 neue Arbeitsplätze. Eine Milliarde US$ werden bereits bis Ende 2004 investiert sein. Und selbst mit erweiterten Kapazitäten ist kein Ende des Importbooms abzusehen. Und dabei erreichte die Augustproduktion bereits einen historischen Höchstwert! Der letzte Investitionsschub konnte in 1994 und 1998 verzeichnet werden, d.h. die letzten sechs Jahre wurde in dieser Hinsicht wenig getan. Und das Potential ist riesig, so beträgt z.B. der Prokopfverbrauch an Kunststoffen in Brasilien nur 20 kg, in der EU aber 180 kg! 

Die Kfz - Branche hat ebenfalls Grund zum Aufatmen. Von Januar bis Oktober wurden genausoviel Fahrzeuge produziert wie im ganzen Vorjahr, nämlich 1,82 Millionen. 29 % davon wurden exportiert, das sind insgesamt 6,75 Mrd. US$, 50,5 % mehr als im vergleichbarem Vorjahreszeitraum. Bis Jahresende sollen es 7,5 Mrd. US$ Exporterlöse werden, 36 % mehr als in 2003. Damit wird der angepeilte Rekord von 2,1 Mio. Fahrzeugen immer wahrscheinlicher. Um ihn nicht zu gefährden, hat GM die Werksferien, die normalerweise im Dezember beginnen, auf Januar 2005 verschoben. Scania hat die 30 Tage Werksferien aufgeteilt, 18 Tage im Dezember und 12 im Juli. Ford macht keine Werksferien in der Motorenfabrik in Taubaté und verhandelt noch, wie VW und DaimlerChrysler, wegen der anderen Standorte. Die Kfz - Hersteller beschäftigten im Oktober 101.300 Personen, 2,6 % mehr als im Vormonat. Das ist die höchste Beschäftigungsrate seit November 1998. Im Dezember 2003 wurden nur 90.800 Personen beschäftigt. Seit Anfang 2003 wurden 10.455 Personen neu eingestellt. Für 2005 sieht DaimlerChrysler für sich ein Wachstum von wenigstens 10 % bei Lkws und Omnibussen voraus, ein guter Einstieg für den neuen Chef Gero Herrmann. Bis Dezember will er 650 neue Mitarbeiter kontraktieren, dabei hat die Firma seit Jahresanfang schon 1.188 Mitarbeiter eingestellt und beschäftigt alleine in São Bernado do Campo zur Zeit 10.780 Menschen. VW wird in der brasilianischen NKW - Sparte 1 Mrd. R$ investieren, um neue Produkte auf den Markt zu bringen. Letztes Jahr übernahm die Sparte die Marktführerschaft mit 34 % Marktanteil, Dank der spartanischen und damit billigen Ausstattung ihrer Fahrzeuge.

Der Autoteilesektor muß natürlich mithalten, was Investitionen bedeutet, da in 2005 immerhin 2,3 Mio. Fahrzeuge gebaut werden sollen.  Valeo wird in der zweiten Hälfte 2005 eine neue Fabrik in  Guarulhos in Betrieb nehmen, in der die Produktion von Sicherheitssystemen  konzentriert werden soll. Heute werden diese in je einer Fabrik in Diadema und der Stadt São Paulo gebaut.  Die Kapazität der neuen Fabrik wird 20 % höher sein als die der beiden alten Standorte zusammen, was  eine Investition von 40 Mio. R$ erfordert. Außerdem will die Firma eine Kupplungsproduktion - mein altes Metier bei F&S und LUK/Valeo - aus den USA nach Campinas verlagern, was weitere 5 Mio. R$ kostet. Die dann dort gebauten Kupplungen sind für Ford und GM in den USA und Australien bestimmt. Damit wird das Werk in Campinas eine Kapazität von 100.000 Kupplungen im Jahr erreichen. Valeo beschäftigt heute 3.000 Mitarbeiter in 11 Fabriken in Brasilien. ZF, die den Valeokonkurrenten Sachs gekauft hat,  will ihren Umsatz laut Zeitungsberichten um 55 % in 2005 steigern und 9 Mio. R$ im Werk Sorocaba investieren. Der Räderfabrikant Mangels will sogar 80 Mio. R$ bis 2007 investieren. Die Gruppe hat drei Fabriken in São Paulo und Minas Gerais und wird voraussichtlich dieses Jahr 600 Mio. R$ umsetzen, 25,8 % mehr als im Vorjahr. Der Autoteilesektor wird wahrscheinlich 24 % mehr als im Vorjahr fakturieren, nämlich 15,4 Mrd. US$. Bisher war der Verband Sindipeças "nur" von 14 % ausgegangen.

Über den Stahlsektor braucht man eigentlich nicht zu reden. Hätte Mannesmann nicht alle Karten auf die Telekommunikation gesetzt, wären die Aktionäre heute reich und nicht nur der Vorstand und Aufsichtsrat. Oder Mannesmann wäre schon als Stahlwerker von der Landkarte verschwunden, denn der jetzige Boom kommt etwas spät für den ehemaligen Rohrproduzenten. Und nachdem der Inder Lakshmi Mittal mit einem 18 Mrd. US$ - Geschäft jetzt das Sagen bei Ispat, LNM Holdings und International Steel Group hat, sind die Karten neu gemischt und, gemessen an der Produktion in Mio. Tonnen pro Jahr, ist die Rangreihenfolge der Weltstahlerzeuger jetzt so:

1.
LNM+Ispat+ISG
55,5
2.
Arcelor
42,8
3.
Nippon Steel
31,3
4.
JFE
30,2
5.
Posco
28,9
6.
Shanghai Baosteel
19,9
7.
Corus Group
19,1
8.
US Steel
17,9
9.
ThyssenKrupp
16,1
10.
Nucor
15,8
16.
Gerdau
12,3
41.
CSN
5,3
50.
CST
4,8
52.
Usiminas
4,6
59.
Cosipa
4,1

Wer hätte das gedacht, als Deutschland sich in Rourkela engagierte! Da kommt ein Schwellenland wie Brasilien (gelb) sogar ganz gut weg, siehe Gerdau im Vergleich zu ThyssenKrupp. Gerdau ist übrigens seit Oktober über ihre Tochter Gerdau Ameristeel an der New Yorker Börse notiert und konnte 70 Mio. Aktien für 329 Mio. US$ plazieren (Würden Sie "platzieren" schreiben? So wie in "geplatztes" Geschäft?). Die Stahlbranche Brasiliens will / muß bis 2010 ca. 60 Mrd. R$ investieren, dadurch wird die Stahlproduktion verdoppelt!

Die Glasbranche lebt sicher nicht nach dem Motto "Glück und Glas, wie leicht bricht das", denn das Geschäft läuft wie Jonny Walker. Coca - Cola will 30 % des Erfrischungsgetränkes mit Glasverpackung unter die Leute bringen und Owen - Illinois verkauft weltweit alle PET - Fabriken, weil Glas den  Verpackungssektor zurückerobert. Glas ist ein 3,3 Mrd. R$ - Geschäft in Brasilien, das war der Umsatz in 2003 der Branche und 1,03 Mrd. R$ davon entfiel auf Glasverpackungen.  Die wichtigstens Glasverpackungsproduzenten sind (%-Angaben beziehen sich auf produzierte Tonnen):
                45 % Cisper (Owen - Illinois)
                28 % Saint Gobain
                16 % Civ
                5 % Nadir Figueiredo
                4 % Wheaton
                2 % Vidro Porto
31,1 % des Branchenumsatzes entfiel in 2003 auf Verpackungen, Flachglas (vor allem für die Kfz - Industrie) machte 29,1 % aus und technische Gläser 26,9 %. Laut Verband Abividro beschäftigt die Glasindustrie in Brasilien 12.500 Personen und hat 107 Mio. US$ in 2003 investiert (2004: Prognose 123 Mio. US$). Eine Zahl, die es verdient erwähnt zu werden: Owen - Illinois beschäftigt in Brasilien 1.500 Mitarbeiter, davon nur 72 in der Verwaltung. Das nennt man Wertschöpfung!

Geschäftschancen

Das Antifaltengeschäft wird 2004 um 25 % gegenüber dem Vorjahr (259,3 Mio. R$) wachsen und macht bereits 37 % des Umsatzes aller Schönheitsmittel aus. Im Einzelhandel führt hier Nivea mit 33,2 % Marktanteil an Mitteln gegen das Altern (besser gegen das Altaussehen).  Avon gab für die Lanzierung des Produktes Renew Clinical 14 Mio. R$ aus und verkaufte in den ersten 45 Tagen 2,7 Mio. Einheiten. Das ist das beste Ergebnis in allen 143 Ländern, in denen das Mittel lanziert wurde, selbst in den USA wurden nur 1,7 Mio. Einheiten abgesetzt. Das Mittel kostet in Brasilien 59,90 R$, das Konkurrenzprodukt Chronos Elastinol+R von Natura 54,70 R$. Der Absatz der Antifaltencreme von Vita Derm konnte von 60.000 Einheiten im Monat in 2003 auf 90.000 in diesem Jahr gesteigert werden. Das hat wahrscheinlich Anna Pegova ermutigt, das Mittel Sérum Double Action für fast 200 R$ für eine Einheit auf den Markt zu bringen und der Erfolg gab der Firma Recht, die Planung konnte weit übertroffen werden. Einer Umfrage zufolge bemühen sich weltweit 67 % der Frauen um ein besseres Aussehen per Kosmetik, in Brasilien aber 87 %! Ana Pegova hat übrigens auch ein After Shave - Mittel für Männer, es kostet die Bagatelle von 230 R$, also fast einen brasilianischen Mindestlohn. Hier stört nur, daß die Mehrzahl der Männer sich durch Falten im (eigenem) Gesicht nicht um den Schlaf bringen läßt. In Argentinien wuchs übrigens Natura trotz der Wirtschaftskrise in 2002 um 73 % und um 104 % in 2003. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres war das Wachstum immer noch 56 %!

Manche Leute haben große Pläne, andere machen große Geschäfte. Im Tunnelbau zum Beispiel. Ein Poolinteressent ließ sich vor einigen Jahren informieren, aber konnte sich nicht entschließen, seine Tunnelbelüftungen in Brasilien anzubieten. Nachdem in den letzten Jahren etliche Straßentunnel eingeweiht wurden, las ich gerade über die Verlängerung der U-Bahnlinie II in São Paulo in zwei Etappen um insgesamt 5,5 km. Die neue Strecke liegt auf 24 m Tiefe, 12 m unter der Linie I. Schade, hätte die Firma an diese Chance geglaubt...

Erdgas wird wichtiger als Erdöl sein, weltweit und auch speziell in Brasilien. Vor allem, wenn 2008 damit begonnen wird, das Erdgas unter dem Meeresboden vor Santos zu fördern. Eine gute Chancen z.B. für Tankanlagen- und Pipelinebauer sowie Hersteller von Ventilen, Meß- und Regelgeräten, aber auch für Erdgasbrennerhersteller und Zulieferer für Thermokraftwerkseinrichtungen.

Das Straßennetz Brasiliens ist in weiten Landesteilen auf oder unter dem Stand, den man direkt nach der Wiedervereinigung im ehemals kommunistischem Teil Deutschlands antraf, ca. 75 % von betrachteten 74.681 km werden offiziell als schlecht oder schlimmer klassifiziert. Alleine 41.900 km müssen dringend neu (oder erstmalig) geteert bzw. mit einem Straßenbelag versehen, fast 20.000 km komplett neu gebaut werden! In 2005 sollen dem Transportministerium dafür 6 Mrd. R$ zur Verfügung stehen, aber darauf sollte sich kein Straßenbauunternehmen verlassen, eher auf weitere Privatisierungen.

Beim Schienennetz sieht es ähnlich aus, nämlich so schlecht, daß die Situation Chancen für gute Geschäfte offenläßt. Immerhin konnte die Transportproduktivität von 7,33 % im ersten Halbjahr 2003 auf 16 % im Vergleichszeitraum 2004 gesteigert werden. Im Vorjahr wurde von der Regierung ein Programm für die Wiederbelebung der Eisenbahn ins Leben gerufen. Damit soll der Transportanteil der Eisenbahn innerhalb von fünf Jahren von 25 auf 35 % angehoben werden, u.a. durch den Bau des Ferroanel um São Paulo herum.

Der Umweltschutz kann zwar manchmal hinderlich sein, aber die Müllbeseitigung ist vielleicht gerade deshalb so attraktiv. Am 13.10.2004 haben zwei Konzessionäre, nämlich SP Limpeza Urbana und EcoUrbis Ambiental, für 20 Jahre das Geschäft übernommen. Dafür werden sie 9,8 Mrd. R$ erhalten und müssen 1,2 Mrd. R$ investieren:
1.) In 6 Monaten werden zwei Minikompostwerke mit einer Kapazität von je 50 Tonnen / Tag installiert
2.) Im ersten Jahr werden alle Mülltransportfahrzeuge ausgetauscht, die neuen werden GPS haben. Dazu wird der Müll selektiv gesammelt und auch alle Favelas bedient. In einigen Regionen wird die Müllsammlung mechanisiert.
3.) Im zweiten Jahr werden die Überlaufstationen modernisiert und zwei neue gebaut.
4.) Im dritten Jahr werden zwei Sondermülldeponien errichten.
5.) Im vierten Jahr beginnt die Kompostierung mit 450 Tonnen / Tag
6.) Im fünften Jahr sollen Studien über die Verwertung von 1.000 Tonnen Müll am Tag für die Energieerzeugung vorgelegt werden, die zugehörigen Anlagen sollen im zehnten Jahr ans Netz gehen
7.) Im achten Jahr Kompostierung von 1.000 Tonnen / Tag
8.) Im zehnten Jahr Funktionsbeginn zweier Stationen zur Behandlung von Krankenhausabfällen
Um die heutigen Müllmengen zu bewältigen, werden aktuell 14 Zerkleinerungsanlagen für 80 Tonnen pro Tag alleine in São Paulo für die Vorbereitung zur Wiederaufbereitung benutzt. Hier sind also für deutsche Fachunternehmen vielfältige Geschäftsmöglichkeiten gegeben.

Seit Jahrzehnten wächst die Stadt unkontrolliert und praktisch auch ungeplant. Das führt zu der paradoxen und absurden Situation, daß 400.000 Wohnungen leerstehen und 380.000 Wohnungen benötigt werden. Die Stadt hat trotz aller Anstrengungen, per sozialem Wohnungsbau die Elendsgebiete zu eliminieren, immer noch 2018 Favelas mit 1,16 Mio. Bewohnern sowie weitere eine Mio. Personen, die in 1.241 irregulär und prekär bebauten Gebieten wohnen. Sicher werden keine deutschen Bauunternehmer anfangen wollen, in Brasilien sozialen Wohnungsbau zu betreiben, aber für Stadplanungsgesellschaften und Hersteller billigster (nicht billiger) Fertighäuschen gibt es Spielraum!
 

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