AUS
POLITIK...
In
der Wirtschaft läuft es einigermaßen, aber die Regierung
kann es nicht lassen, es soll ein Überwachungsorgan zur
Orientierung, Kontrolle und Disziplinierung der Presse geschaffen
werden, nachdem bereits die Agência
Nacional de Cinema e Audiovisual ins Leben gerufen wurde, was
der Filmemacher Arnaldo Jabor mit den Worten "(Das) ist eine Sache alter stalinistischer
Bolschewiken und Esel, die in (er sagte nicht "an") der Regierung sind" bissig
kommentierte.
Neben solcher Kritik soll aber nicht vergessen werden, daß
Brasilien auf dem Gebiet der Internetanwendung in der öffentlichen
Verwaltung weltweit eine führende Stelluung einnimmt, denn die
elektronische Stimmabgabe und -auswertung im ganzen Lande ist bereits
realisiert und 95 % aller Lohn- und Einkommenssteuererklärungen
werden per Internet abgegeben. Die meisten Steuern werden bereits
elektronisch bezahlt. Das e-government
ist bereits viel weiter als in vielen Erstweltländern, z.B. laut
einer UNO - Erhebung als in Japan, Österreich oder Italien.
Brasilien wurde eingeladen, OECD - Mitglied zu werden, aber in der
Regierung ist man sich unschlüssig, denn das "to enter or not to
enter" bedeutet auch wirtschaftliche Verpflichtungen, die man
offensichtlich nicht einheitlich beurteilt. Man würde sich
leichter entscheiden können, wenn gleichzeitig auch Indien,
Südafrika und China Mitglied würden. Dabei denkt die
Regierung offensichtlich an die Probleme Mexikos und Südkoreas
beim Eintritt in die OECD und gleichzeitiger Lösung von der Gruppe
der G-77 - Länder, was Voraussetzung für eine OECD -
Mitgliedschaft ist, in den 90er Jahren.
Übrigens kann nicht
nur die Regierung beruhigt in die Zukunft sehen, auch ihre Mitarbeiter
in den Behörden können es, zumindestens die mit den
schönsten Titeln, denn sie gehören, wenn man die Kaufkraft
der jeweiligen Bezüge berücksichtigt, zu den bestbezahlten
der Welt. Hier ist die Rankreihenfolge: Mexiko, Brasilien, Großbritannien,
USA, Kolumbien, Chile, Bolivien, Ekuador, Spanien, Dominikanische
Republik. Wenn wir laut Regierung auch erst 2022 ein Erstweltland sein
werden, hier sind wir es schon! Übrigens gibt es auf Bundesebene in
Brasilien aktuell 930.320 aktive und 956.540 inaktive Angestellte und
des öffentlichen Dienstes und Beamte. Nimmt man die Landes- und
Kommunalebene dazu, kommt man auf 5,196 Mio. Aktive und 2,839 Mio.
Rentner und Pensionäre, wohlgemerkt alles Staatsdiener!
...UND
WIRTSCHAFT
Daß Brasilien kein Agrarland mehr ist, ist bekannt. Daß
aber sogar das Pentagon brasilianische Flugzeuge kauft, ist vielleicht
doch überraschend. Und daß der zwischen 7 und 10 Mrd. US$
große Auftrag für die Militärversion der Modelle AEW
und R99 von einer EMBRAER -
Fabrik in Florida
gebaut werden, ist mit Sicherheit eine Überraschung. Die vorerst
in Auftrag gegebenen 58 Düsenflugzeuge sollen bis 2025 gebaut
werden. Ein solch langfristiger Auftrag zeigt deutlich das Vertrauen,
was die US - Regierung in Brasiliens Leistungsfähigkeit und
Zukunft setzt.
Daß selbst die nahe Zukunft gute Aussichten bietet, zeigt das
Investitionsverhalten der Firmen in Brasilien, die laut
Regierungsanalyse 30 % mehr investieren wollen / werden, als im ersten
Halbjahr 2003 angekündigt. Nach den Daten aus dem erstem Halbjahr
2004 wollen die Firmen, die hauptsächlich Gelder der BNDES in
Anspruch nehmen wollen (ohne die Zahlen der Petrobrás), 47,2
Mrd. US$ (1. HJ 2003: 36,2) investieren. Dazu kommen noch 53,6 Mrd.
US$, die von der Petrobrás
bis 2010 investiert werden sollen.
Allerdings muß man sehen, daß selbst diese Zahlen viel zu
niedrig für den Investitionsbedarf Brasiliens sind, wenn man den
berühmten großen Sprung vorwärts machen will. Zur Zeit
bewegen wir uns immer noch in einer Art Pilgerschritt, d.h. drei
Schritte vor und einen oder zwei zurück. Aber man kann ja schon
froh sein, daß es nicht drei oder vier Schritte zurück sind.
Die Industrie erwartet das beste Weihnachtsfest seit drei Jahren, denn
einige Importaufträge für Zukaufteile von in Brasilien
montierten Fernsehern, Handys und Fahrrädern, um nur einige zu
nennen, erreichen bereits 30 % höhere Werte als in der
Vergleichsperiode des Vorjahres. Einige Transportgesellschaften wie Kwikasair Cargas glauben bereits an ein um 50
% höheres Frachtaufkommen. Die Gesellschaft hat ca. 6.000 Kunden
und unterhält den größten virtuellen Laden Brasiliens
(Americanas.com). Es wurde entschieden, 10 % zusätzliche
Mitarbeiter einzustellen und 25 % mehr LKWs zu kontraktieren. Aber die
Industrie ist trotzdem besorgt, daß es an Stahlteilen,
Fernsehbildröhren und Digitalkameras für Handys fehlen wird.
Die INAL - Indústria
Nacional de Aços Laminados, Distributor der CSN arbeitet heute
bereits mit 100%iger Kapazitätsauslastung. Die Fahrradfirma CBB - Companhia Brasileira de
Bicicletas hat ihre Rohreinkäufe und Importe aus Asien
vorsichtshalber schon um 20 % erhöht. Der Enthusiasmus der
Wirtschaft wird allerdings gedämpft durch Hinweise der
Zentralbank, daß man den Leitzins wieder heraufsetzen wird, falls
die Inflation sich nicht wunschgemäß verhält.
Der große Engpaß ist augenblicklich die Hafenkapazität
Brasiliens, sowohl für den Im- als auch für den Export. Die
Regierung hat deshalb Anfang August auch schon angekündigt,
daß der Import von Hafenmodernisierungsausrüstung von Zoll,
Industrialisierungssteuer und PIS/Cofins befreit werden soll. Der
brasilianische Export läuft zu 85 % über den Seeweg und
leidet an einer 25 %igen Frachtkostenerhöhung gegenüber dem
Vorjahr. Der Transport eines Containers Kaffee von Santos an die
Ostküste der USA kostete im Januar 1.625 US$, Anfang August waren
es bereits 2.000 US$. Außerdem fehlen Container und Schiffe,
trotzdem wurden von Juni 2003 bis Juli 2004 immerhin
Güter für 86,3 Mrd. US$ ausgeführt, ein absoluter Rekord
des Landes, 26,5 % mehr als in den vorausgegangenen 12 Monaten!
Die 100 größten Außenhandelsfirmen Brasiliens nannten
folgende Probleme, die den Export behinderten: Engpässe im Hafen
(48 %), Verkaufsschwierigkeiten im Ausland (21 %), Handelsbarrieren (18
%), Produktionsengpässe (13 %). Durch vermeidbare Kosten in den
brasilianischen Häfen vergeuden diese Firmen mindestens 2 Mrd. US$
jährlich. Um dies zu ändern, seien Investitionen zwischen 5
und 7 Mrd. R$ erforderlich. Wer auf Luftfracht ausweicht, zahlt das
fünffache der Seefrachtkosten. Es ist normal, daß
Schiffe bis zu 60 Tagen auf einen Liegeplatz im Hafen warten
müssen, was im vergangenen Jahr zu Strafen in der Höhe von 1
Mrd. US$ geführt hat! Auf einer Skala von 1 bis 5 wurden die
Exportschwierigkeiten nach ihrer Ursache bewertet: 4,5 = Streiks, 4,0 =
Hafeninfrastruktur, 4,0 = internationale Frachtkosten, 4,0 =
Regierungsbürokratie, 3,9 = Wartezeit für Frachtfreigabe.
Eine Studie der FGV -
Fundação Getúlio Vargas auf der Grundlage einer
Befragung von 945 Firmen zeigt, daß 62 % der Unternehmen
im dritten Vierteljahr mehr Rohstoffe und Teile im Inland und 52
% auch mehr im Ausland kaufen wollen. Diese gehören im
ersten Fall den Segmenten Perfums, Seife und Waschpulver, Chemie,
Transportmittel, Textil, Oberbekleidung und Schuhe an, im zweiten Fall
den Segmenten nichtmetallische Mineralien, Textil, Chemie, Elektro- und
Kommunikationsmaterial und Transportmittel an. Die Siemensfabrik für Handys in
Manaus arbeitet bereits heute in drei Schichten an ihrer
Kapazitätsgrenze und Samsung
fertigt neben Handys und Festplatten ab Oktober auch wieder Fernseher
in Brasilien. Semp Toshiba,
Marktführer bei Fernsehern, glaubte Anfang des Jahres an 15 %
Mehrumsatz, meint jetzt aber, 25 bis 30 % zu erreichen. Der
Präsident Afonso Antonio Hennel der Gruppe sagte, daß der
Fernsehermarkt nur deshalb nicht 7 Mio. Apparate erreichen wird, weil
Komponenten fehlen, was ihn auf 6,5 Mio. Einheiten beschränken
wird. Brasilien importiert immer noch 29 Zoll - Bildschirme,
während 14- und 20 Zöller im Lande von LG Philips gefertigt werden. An
diesen wird es laut José Duaik, Direktor der Firma, auch nicht
fehlen.
Das größte Problem der brasilianischen Wirtschaft sind
übrigens nicht die hohen Zinsen, sondern das Fehlen qualifizierter
Arbeitskräfte und die Vollauslastung der
Fertigungskapazitäten (die allerdings nur erhöht werden
können, wenn fallende Zinsen Investitionen mit Fremdkapital
erlauben).
FIRMENNACHRICHTEN
75
% der weltweiten Investitionen von 199 Mio. US$ der japanischen Ajinomotogruppe werden auf Brasilien
konzentriert. Die Gruppe ist führend in der Erzeugung von
Aminosäuren für die Pharmaindustrie und für Tierfutter.
Die 149 Mio. US$, die auf Brasilien entfallen, werden mit der hohen
Wettbewerbsfähikeit bei der Zuckerrohrproduktion und mit der
Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte begründet.
Der Rest wird in China und den USA investiert. In Brasilien werden 86
Mio. US$ für eine neue Fabrik in Pederneiras im
Bundesstaat São Paulo verwendet werden. Ab 2006 sollen dort mit
130 Mitarbeitern jährlich 53.000 Tonnen Lisina für Tierfutter
hergestellt werden, was einen Jahresumsatz von 130 Mio. US$ bedeutet.
Mit den übrigen 63 Mio. US$ wird eine neue Produktionslinie
für die Pharmaindustrie in der Fabrik in Limeira, ebenfalls im
Bundesstaat São Paulo, aufgebaut werden. Die Produktion
von 4.000 Tonnen wird mit 130 zusätzlichen Mitarbeitern im zweiten
Halbjahr 2005 beginnen, der vorgesehene Zusatzumsatz beträgt 30
Mio. US$. Damit wird Brasilien zum weltgrößtem
Aminosäurenfabrikanten. Beide Fabriken sollen vor allem
exportieren. Die Gruppe ist seit 1956 in Brasilien und hat hier heute
drei Fabriken mit 1.200 Mitarbeitern. Die erste wurde 1977
eröffnet. Weltweit beträgt der Gruppenumsatz 10 Mrd. US$
jährlich in 23 Ländern. Allein in Japan hat sie 59 Fabriken,
außerhalb 46, sie beschäftigt 30.000 Mitarbeiter.
Vale do Rio Doce
veröffentlichte am 11. August 2004 eine Zwischenbilanz, die voller
Rekorde steckt. So betrug der Gewinn im zweiten Vierteljahr 1,683 Mrd.
R$, immerhin 76,5 % mehr als im ersten Vierteljahr 2004 und 32,1 % mehr
als im zweiten Vierteljahr 2003. Der Umsatz im zweiten Vierteljahr 2004
betrug 3,57 Mrd. R$ und lag damit um 62,2 % über dem
vergleichbarem Vorjahreszeitraumumsatz.
BRANCHENNACHRICHTEN: ZUCKER + ALKOHOL
Bis 2010 (Brasilien, immer noch Land der Zukunft?) will der Sektor 6
Mrd. US$ investieren, anstelle 5,5 dann 7,5 Mio. Hektar bepflanzen, 40
neue Distillen in Betrieb nehmen (einige schon in diesem Jahr) und
damit 400.000 direkte Arbeitsplätze schaffen. Grund für die
euphorischen Aussagen der Branche: Der hohe Erdölpreis und die
steigende Beliebtheit von Autos, die sowohl Alkohol als auch Benzin
verdauen.
1975: Mischung von
Benzin mit Etanol als Kraftstoff
1979: Akoholfahrzeuge
1990 - 1995: Alkohol fehlt im Inlandsmarkt, Beginn des privaten
Zuckerexportes
1995 - 2000: Deregulierung des Sektors
2003: Hybridfahrzeuge (wahlweise Benzin oder Alkohol)
2004: Brasilien gewinnt Streit gegen die EC um Zuckersubsidien
2004 - 2010: 6 Mrd. US$ Investitionen, 2 Mio. Hektar mehr
Anbaufläche, 160 Mio.Tonnen mehr Zuckerrohrproduktion, 400.000
mehr
Beschäftigte
Allein der gewonnene Rechststreit soll ein Plus von 2 bis 3 Mio.
Tonnen Zuckerexport bringen, was bis zu 700 Mio. US$ für die
sektorielle Handelsbilanz bedeutet! Zusammen mit der Eroberung neuer
Märkte können es sogar 5 Mio.Tonnen werden. Die
Hybridfahrzeuge werden in 2004 bis zu 600 Mio. Liter Alkohol
verbrauchen. Per Juli 2004 wurden bereits 28,7 % der in Brasilien
hergestellten PKWs und Pick ups als Hybridfahrzeuge ausgeliefert. Bis
2007 sollen es 67 % werden.
Einer der Alkoholproduzenten, Coruripe,
investiert zur Zeit 70 Mio. R$ in eine neue Fabrik in Limeira de Oeste
in Minas Gerais. Sie soll im Mai nächsten Jahres die
Alkoholproduktion aufnehmen, zunächst mit einer
Verarbeitungskapazität von 500.000 Tonnen Zuckerrohr, die bis auf
3 Mio. gesteigert werden kann.
BRANCHENNACHRICHTEN: STAHL
Im Juli konnte eine Rekordstahlproduktion verzeichnet werden, aber auch
eine Rekordnachfrage. Hier sind die Zahlen des ersten Halbjahres
der brasilianischen Stahlerzeuger:
Firma
|
Produktion
|
Nettoumsatz
|
Brasilien nimmt im Weltmaßstab heute den
neunten Platz der Stahlerzeugerländer ein, aber durch geplante 10
Mrd. R$ - Investitionen sollen 50 Mio. Jahrestonnen erreicht werden
anstelle der heutigen 32, was eventuell für einen fünften
oder sechsten Platz reicht. China ist mit 220 Mio.
Jahrestonnen bereits der weltgrößte
Stahlerzeuger, gefolgt von Japan mit 110,5; USA mit 90,4; Rußland
mit
61,4; Südkorea mit 46,3; Deutschland mit 44,8; Ukraine mit 36,9
und
Indien mit 31,7.
Die Preisstellung ist schon mehr als wettbewerbsfähig, wie der
Streit mit den USA zeigt, aber es fehlt noch an der Menge. Der mittlere
Preis einer Grobblechtafel beträgt für brasilianischen Stahl
nur 361 US$ pro Tonne, in China sind es 399, in Großbritannien
673 und in den USA 690.
Der indirekte Stahlexport, z.B. über Autos, stieg im ersten
Halbjahr 2004 um 33,5 % gegenüber dem vergleichbarem
Vorjahreszeitraum. Trotzdem werden die Kfz - Hersteller, die dieses
Jahr 2,1 Mio. Fahrzeuge produzieren wollen, und ihre Zulieferer nicht
müde, über die hohen Stahlpreise zu murren. Aber der direkte
Export ist ebenfalls sehr wichtig und macht bei CSN schon 35 % der
Produktion aus und bei Usiminas 17.
Um ihre Wettbewerbssituation zu stärken, hat z.B. Usiminas die
Cosipa übernommen. Zwischen 2004 und 2008 wird wegen der
Kapazitätserhöhung mit der Schaffung von 50.000 neuen
Arbeitsplätzen in den Stahlwerken gerechnet. Heute
beschäftigt der Sektor direkt 70.000 und indirekt 280.000
Mitarbeiter.
Der operative Gewinn der Branche erreichte in der ersten Hälfte
des laufenden Jahres 8,3 Mrd. R$, das bedeutet 46 % Zuwachs oder 14,1 %
Eigenkapitalrendite. Hat die Kfz - Branche vielleicht doch Recht? CST
und CSN fühlen sich jedensfalls animiert genug, neue Stahlwerke
für 6 Mio. Jahrestonnen zu bauen, die aber von einer BNDES -
Finanzierung abhängen.
|
1000
Tonnen
|
Veränderung
gegenüber 2003 (%)
|
Mrd.
R$
|
Veränderung
gegenüber 2003 (%)
|
Acesita
|
410,6
|
+ 17,0
|
1,143
|
+ 30,6
|
Aços Villares
|
372,9
|
+ 9,9
|
0,766
|
- 10,5
|
Barra Mansa
|
260,8
|
+ 37,7
|
?
|
?
|
Belgo-Mineira
|
1.494,9
|
+ 4,9
|
?
|
?
|
Cosipa
|
2.097,1
|
+ 4,8
|
2,153
|
+ 17,1
|
CSN
|
2.722,7
|
+ 4,4
|
4,427
|
+31,5
|
CST
|
2.489,8
|
+ 3,0
|
2,215
|
+ 9,1
|
Gerdau Açominas
|
3.576,7
|
+ 6,2
|
9,472
|
+ 40,5
|
MWL Brasil
|
22,7
|
+ 34,3
|
?
|
?
|
Usiminas
|
2.348,5
|
+ 2,3
|
5,136
|
+ 14,4
|
V&M do Brasil
|
302,0
|
+ 18,3
|
?
|
?
|
Villares Metals
|
60,1
|
+ 4,3
|
?
|
?
|
Total
|
16.158,8
|
+
5,5
|
?
|
?
|
Zum Abschluß seien die jährlichen Produktionszahlen
der brasilianischen Stahlerzeuger genannt (2004: geschätzt):
1997
|
1998
|
1999
|
2000
|
2001
|
2002
|
2003
|
2004
|
26,0
|
25,7
|
24,9
|
27,8
|
26,7
|
29,6
|
31,1
|
32,4
|
BRANCHENNACHRICHTEN: TEXTIL
Exportware
|
1. HJ
2003 (Mio. US$)
|
1. HJ
2004 (Mio. US$)
|
Unterschied
(%)
|
In den 90er Jahren sah
es so aus,
als ob die Brasilianer nach Öffnung der Importbarrieren nur noch
ausländische Textilien kaufen würden, weil die heimische
Industrie
aufgrund der riesigen Nachholbedarfes an Investitionen nicht
wettbewerbsfähig war, benutzten viele Spinne- und Webereien doch
z.B.
bis zu 40 Jahre alte Maschinen. Die damalige Krise wurde
vollständig überwunden und in diesem Jahr geht der
Textilverband Abit
davon aus, daß von der Branche 1 Mrd. US$ investiert und 25 Mrd.
US$
umgesetzt sowie 50.000 neues Arbeitsplätze geschaffen werden. Im
ersten
Halbjahr 2004 wurden bereits 37.848 neue Arbeitsplätze besetzt,
das
sind 492 % (!) mehr als im ersten Halbjahr 2003, als es nur 6.395
waren, 63 % weniger als im ersten Halbjahr 2002. Im ersten Halbjahr 2003 betrug der
Export 129,1 Mio. US$, in den ersten 6 Monaten 2004 waren es 24,4 %
mehr, nämlich 160,6 Mio. US. Aber draußen lauert immer noch
die Konkurrenz! Denn ab 2005 gibt es das 50 Jahre alte weltweit
gültige Textilimportquotensystem nicht mehr.
|
Jeanswear
|
29,6
|
33,0
|
+ 11,5
|
Strandmode
|
7,9
|
14,3
|
+ 80,25
|
Lingerie
|
8,8
|
13,8
|
+ 56,8 |
KRIMINALITÄT
Wußten
Sie, daß die Wahrscheinlichkeit, daß ein Verbrecher in
São Paulo für seine Tat festgenommen wird, nur 5,2 %
beträgt? Und wenn man bedenkt, daß 60 % der Verbrechen erst
gar nicht angezeigt werden, sind es wahrscheinlich sogar nur 2 %!
Trotzdem wächst die Zahl der Gefängnisinsassen im Bundesstaat
São Paulo ununterbrochen, von 62.429 in 1996 um 107 % auf
129.349 in 2004. Im zweiten Vierteljahr 2004 wurden laut der Secretaria de Segurança
Pública im Bundestaat São Paulo 485.780
Verbrechen begannen, 83.707 Ermittlungsverfahren eröffnet und
25.437 Festnahmen getätigt. In Rio wurden fast 90 % der 20.000
Insassen einer Strafvollzugsanstalt wegen eines Schwerverbrechens
verurteilt. Bei Männern war der Haftgrund in 44 % der Fälle
Raubüberfall, in 37 % Drogenhandel und in 5 % Mord.; bei Frauen
war es in 60 % Drogenhandel, in 23 % Raubüberfall und in 13 %
Diebstahl.
Hier hinein paßt die Nachricht, daß Mitte August 63
Personen, die Mehrzahl Schwarzgeldhändler, festgenommen wurden,
weil über sie von 1997 bis 2002 ca. 20 Mrd. US$ von der Landesbank
Paranás, Banestado, illegal ins Ausland geschafft worden sein
sollen. Und in Rio gehen 11 % der Zahlungen der prevedência social an nicht
berechtigte Empfänger, d.h. Betrüger, was
wertmäßig sogar 23 % bedeutet.